MEINS
MEINS ist ein Workshop, der auf die individuellen Bedürfnisse der TeilnehmerInnen eingehen wird. Es ist keine Potenzialanalyse – eignungsdiagnostische Element sind nicht vorhanden. MEINS beendet den Berufs- oder Studienorientierungsprozess nicht, der Prozess wird begleitet und leitet auch an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit weiter.
Es geht um das bloße Verstehen von
- Mein Weg zum Abitur
- Meine schulischen, privaten, sportlichen, ehrenamtliche … Ziele
- Meine Möglichkeiten
- Meine Herausforderungen
- Meine Stärken
- Meine Schwächen
- Meine Hürden
Der Workshop richtet sich an die gymnasiale Oberstufe, also an SchülerInnen der Klassen 10–12, im Notfall auch an Abiturienten, die etwas spät dran sind. Er dauert 4 Stunden. Die Teilnahme sollte freiwillig sein, nur muss man manchmal auch jemanden zu seinem Glück zwingen.
Das Ziel ist, dass die TeilnehmerInnen
- auf Meinem Zeitstrahl erkennen, wann was passiert und passieren muss,
- Meine eigenen schulische Ziele KLAR formulieren können und
- Meine realistischen Wege über das Abitur hinaus planen können und
- Meine Motivation daraus ableiten und sich Ziele setzen, um
- Meine Lernstrategien zu entwickeln und
- Meine Selbstorganisation, um so
- Mein Verständnis Meiner Möglichkeiten nach dem Abitur einschätzen zu können.
Oder anders gesagt: wenn Mama und Papa, Oma und Opa fragen „Was willst Du ´mal machen“, dann sprudelt es nur so an Fakten heraus.
Denn über 22.000 Studiengänge, knapp 1.200 duale Studienmöglichkeiten und ca. 330 Ausbildungsberufe (mit Zusatzqualifikation) stellen die Schüler und auch die Eltern vor Probleme in der beruflichen oder akademischen Orientierung. Auch das große Angebot an Möglichkeiten für ein Übergangsjahr soll transparent für die TeilnehmerInnen erklärt werden.
Durch die Teilnahme an dieser Maßnahme erhalten die Anwärter ein strukturiertes Beratungsangebot für die Wahl des Studiums oder einer Ausbildung, Tipps für die weitere Informationsbeschaffung und Details für ihren Berufswunsch. Denn
- Jede/r TeilnehmerIn erstellt zu Beginn einen individuellen Zeitstrahl, der dann mit jedem erstellt wird.
- Mit jedem/r SchülerIn wird der momentane Notenschnitt errechnet und es werden Maßnahmen besprochen und Ziele definiert.
- Mit jedem/r SchülerIn wird ein FSJ, eine Ausbildung, ein duales Studium und ein Studium exemplarisch durchgesprochen, damit die möglichen Modelle wirklich klar und verstanden sind.
Herzstück des Workshops ist eine Postkorbübung, die jeder Schüler durchläuft. Eine Postkorbübung ist eine realitätsnahe Simulationsaufgabe, bei der Schülerinnen und Schüler eine Vielzahl von Dokumenten („Posteingang“) in begrenzter Zeit bearbeiten müssen. Ihr Zweck in der Oberstufe ist es, fachliche, methodische und persönliche Kompetenzen gezielt zu fördern, die unabänderlich mit einer bewussten Studien- und Berufswahl verbunden sind.
Die Übung hat den Zweck:
- Förderung von Entscheidungs- und Problemlösekompetenz
Die Lernenden müssen Informationen sichten, priorisieren und angemessene Entscheidungen treffen. Dabei geht es nicht nur um „richtig oder falsch“, sondern um das begründete Abwägen verschiedener Optionen. - Training von Zeitmanagement
Da die Aufgaben unter Zeitdruck bearbeitet werden, lernen Schülerinnen und Schüler, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und ihre Arbeitszeit effektiv einzuteilen. - Entwicklung von Organisationsfähigkeit
Die Vielzahl an Mails, Briefen, Notizen oder Anfragen erfordert strukturiertes Vorgehen. Die Lernenden üben, Ordnung in komplexe Informationsmengen zu bringen. - Förderung kommunikativer Kompetenzen
Oft müssen Antworten formuliert, Gespräche vorbereitet oder Entscheidungen schriftlich begründet werden. Dadurch werden Ausdrucksfähigkeit und adressatengerechte Kommunikation trainiert. - Vorbereitung auf Studium und Beruf
Postkorbübungen sind ein klassisches Element von Assessment-Centern, z. B. bei Unternehmen wie Deutsche Bahn oder Siemens. In der Oberstufe dienen sie daher auch der Berufsorientierung und vermitteln praxisnahe Kompetenzen. - Förderung von Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein
Die Schülerinnen und Schüler übernehmen in der Simulation häufig eine Rolle (z. B. Teamleitung oder Projektverantwortliche) und lernen, Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen.
Die Postkorbübung dient dazu, komplexe Handlungssituationen realitätsnah zu simulieren. Sie dauert 70 Minuten. Sie verbindet Fachwissen mit Schlüsselkompetenzen wie Organisation, Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation und Zeitmanagement – Fähigkeiten, die für Abitur, Studium und Berufsleben gleichermaßen wichtig sind. Die Auswertung des Postkorbs typisiert die SchülerInnen und gibt klare Handlungsempfehlungen für die Arbeitsweise in Schule und auch Berufs- und Studienorientierung.
Alle SchülerInnen verlassen den Workshop mit konkreten Handlungsempfehlungen für ihre Studien- bzw. Berufswahl und einer Vereinbarung nächster Schritte (z. B. inhaltliche Vertiefung einer Studienrichtung, gemeinsam erarbeitete konkrete Vorschläge zur Verbesserung einer Zensur etc.).