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Stand: September 2026 Zahlen · Studienwahl

Zahlen

Studienabbruch: Wo er stattfindet – und wo kaum

Über Studienabbruch wird meistens mit einer einzigen Zahl gesprochen. Die ist richtig – und sie verdeckt genau das, worauf es bei der Entscheidung ankommt.

Die Zahl, die man kennt: 28 Prozent der Bachelorstudierenden brechen ihr Studium ab. Sie stammt aus der Berechnung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung für den Absolventenjahrgang 2020 und bezieht sich auf die Studienanfänger der Jahre 2016 und 2017.

Der Durchschnitt von 28 Prozent beschreibt keinen einzigen Studiengang. Er beschreibt nur, wie weit die Fächer auseinanderliegen.

Schon die erste Aufteilung zeigt, wie wenig ein Durchschnitt hier hilft: An Universitäten liegt die Quote bei 35 Prozent, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei 20 Prozent. Das DZHW führt den Unterschied vor allem auf das andere Fächerprofil zurück, daneben auf die Bedingungen vor Ort.

Nach Fächern wird der Abstand groß

Innerhalb der Universitäts-Bachelorstudiengänge liegen die Werte weit auseinander:

  • Mathematik und Naturwissenschaften: 50 Prozent
  • Geisteswissenschaften: 49 Prozent
  • Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: 21 Prozent
  • Lehramtsstudiengänge: 10 Prozent

Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert liegt der Faktor fünf. Wer also fragt, wie hoch das Risiko ist, ein Studium nicht zu Ende zu bringen, bekommt eine sinnvolle Antwort erst, wenn das Fach feststeht.

Was daraus nicht folgt

Es folgt daraus nicht, dass man Mathematik meiden und Lehramt wählen soll. Die Quoten messen nicht die Schwierigkeit eines Fachs, sondern das Zusammentreffen von Anforderungen, Erwartungen und Voraussetzungen. Ein Lehramtsstudium wird seltener abgebrochen, weil die Entscheidung dafür in der Regel bewusster fällt und das Berufsbild klarer ist.

Genau das ist der Punkt. Ein Abbruch ist selten eine Frage der Begabung. Er ist fast immer eine Frage der Passung – und die lässt sich vorher prüfen.

Was ein Abbruch kostet

Meist zwei bis vier Semester, manchmal den Studienplatz im Wunschfach, in einigen Fällen die Förderfähigkeit. Vor allem aber kostet er die Überzeugung, dass man so etwas beurteilen kann. Wer einmal falsch gewählt hat, wählt beim zweiten Mal oft ängstlich.

Deshalb steht bei uns die Bestandsaufnahme vor der Entscheidung, nicht danach: siehe FIBIDO und Einzelberatungen. Wenn der Abbruch schon feststeht, stehen die nächsten Schritte unter Studium abgebrochen – wie es weitergeht. Warum ein Sprachmodell diese Prüfung nicht übernimmt, steht unter Was ChatGPT bei der Studienwahl leistet.

DZHW-Brief 05|2022, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung: Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland. Berechnungen zum Absolventenjahrgang 2020; die Quoten beziehen sich auf Studienanfänger mit deutscher Staatsangehörigkeit der Jahrgänge 2016 und 2017. Es ist die zuletzt veröffentlichte Berechnung – das DZHW erhebt sie im Abstand mehrerer Jahre. Die Fächerwerte gelten für Bachelorstudiengänge an Universitäten.

Recherche mit KI-Unterstützung. Für diesen Beitrag wurden öffentlich zugängliche Quellen maschinell ausgewertet – Meldungen der Ministerien, Studien, amtliche Statistiken. Geprüft, überarbeitet und verantwortet hat ihn Lutz Thimm.

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